Pianist · Komponist · Maler
Pianist und Komponist von internationalem Rang. Lebensgefährte von Brigitte Niessner. In seinen späten Jahren widmete er sich der Bewahrung des Werks Franz Feuchtls und der Gestaltung des Hauses der Kunst in Purkersdorf bei Wien.
„Seine pianistischen Leistungen fanden jederzeit das Interesse berühmter Künstler und Persönlichkeiten."
Geboren in Kufstein. Die Familie kehrt später nach Schwaz, Tirol, zurück. Schon früh privater Klavierunterricht, fortgesetzt an der Städtischen Musikschule Schwaz, ergänzt durch Cellounterricht.
Studium in Klavier und Cello, dazu Musiktheorie und privat Orgel. Diplom in Komposition beim „Musischen Wettbewerb der Jugend".
Nach kriegsbedingter Unterbrechung Studium privat bei verschiedenen Meistern in Innsbruck – prägend insbesondere der Unterricht bei einer russischen Pianistin. Erste Konzertreisen nach Holland und in die Schweiz, Sendungen im österreichischen Rundfunk.
Im „Saal an der Sophienstraße" begleitet er einen Liederabend der deutschen Sopranistin Helma Panke. Bald darauf wird er ständiger Begleiter des spanischen Violinvirtuosen Juan Manén. Tourneen in Österreich, Deutschland und Frankreich folgen. Daneben begleitet er den Bariton der Mailänder Scala Marcello Cortis und die holländisch-indonesische Sängerin Lola van der Ben.
Seine Karriere fand das Interesse von Persönlichkeiten wie Kronprinzessin Pilar von Bayern (welche an Königinmutter Elisabeth von Belgien schrieb) und Präsident John F. Kennedy, der ihm eine persönliche Botschaft übermitteln ließ.
Eine Reihe von Klavierwerken, vom Komponisten selbst auf Band eingespielt und mehrfach im österreichischen Rundfunk gesendet. Eine Langspielplatte mit eigenen Werken erzielt internationalen Erfolg. Die Suite „In Memoriam" für Streichorchester wird unter seiner Leitung vom Städtischen Orchester Schwaz uraufgeführt – gewidmet dem Philosophen Hermann Graf Keyserling. Goedela Gräfin Keyserling-Bismarck übernimmt die Originalpartitur für das Keyserling-Archiv.
In Niederösterreich gründet er das Kulturzentrum „Rathgeber-Haus", eines der ersten seiner Art – mit Ausstellungen, Konzerten und Lesungen bekannter Kunstschaffender.
In seinen späten Lebensjahren widmet er sich der Aufgabe, die Werke Franz Feuchtls in Form der Feuchtl Collection zu archivieren und für die Allgemeinheit zu erhalten. Im Zuge dessen gestaltet er das Wohnhaus von Franz Feuchtl in Purkersdorf bei Wien zu einem Haus der Kunst aus.
Hubert Rathgeber verstirbt im 99. Lebensjahr.
Hubert Rathgeber war nicht nur Pianist und Komponist – er war auch Maler. Seine Arbeiten in Mischtechnik auf Karton und Tuschpinselzeichnungen zeigen eine ausdrucksstarke, oft maskenhafte Bildwelt.
Filzstift-Rasterzeichnungen sowie Arbeiten in Aquarell, Tusche und Mischtechnik – überwiegend Format 30 × 21 cm. Eine charakteristische Werkgruppe aus den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren.
Aquarelle, Tuschpinselzeichnungen und Mischtechniken auf Karton – Porträts, Akte, Stillleben und freie Studien.
Hubert Rathgebers Werke und Aufnahmen sind über seine Familie zugänglich.