Wer war Franz Feuchtl?
Der Künstler, der mit 78 begann
Franz Feuchtl wurde 1914 in Wien geboren. Seine künstlerische Reise begann in einem Alter, in dem die meisten Menschen eine neue schöpferische Laufbahn für unwahrscheinlich hielten: mit achtundsiebzig Jahren.
Was folgte, war eine außergewöhnliche Phase künstlerischer Produktivität. In den dreizehn Jahren, die ihm noch blieben, schuf Franz Feuchtl 700 Gouache-Gemälde und entwickelte ein höchst individuelles Werk, geprägt von expressiver Farbe, emotionaler Intensität und einer kraftvollen persönlichen Vision.
Die Malerei wurde für ihn zu einer tiefen Form des Ausdrucks. Vor allem in der Gouache und anderen Maltechniken erkundete er Farbe, Form und Bewegung mit bemerkenswerter Freiheit. Seine Werke zeigen einen Künstler, der nicht etablierte Moden nachahmte, sondern seinem eigenen inneren Impuls folgte.
Seine erste Ausstellung fand 1994 in Wien in der Galerie Volksoper statt und stieß auf beträchtliches Interesse. Anschließend wurden seine Arbeiten im Zusammenhang mit internationalen Kunstereignissen gezeigt – darunter Kunstmessen in Köln und Basel – und in kunstbezogenen Medien veröffentlicht.
Doch das Bemerkenswerteste an Franz Feuchtls Geschichte ist vielleicht nicht die Zahl der Werke, die er schuf, sondern das Alter, in dem er begann.
Sein Leben erinnert uns daran, dass künstlerische Kreativität keinen festen Zeitplan kennt. Es gibt kein Alter, in dem die Vorstellungskraft verstummen muss. Im Gegenteil: Eine Lebenserfahrung kann zu einer tiefen Quelle künstlerischen Ausdrucks werden.
Franz Feuchtl malte bis zu seinem Tod im Jahr 2007.
Heute bilden 700 Gouache-Gemälde das Herz der Feuchtl Collection. Bewahrt im Haus Feuchtl, seinem ehemaligen Wohnhaus und Atelier, bleiben sie Zeugnis einer außergewöhnlichen späten künstlerischen Erweckung.
Seine Geschichte ist letztlich eine Geschichte über die Freiheit anzufangen – auch dann, wenn andere glauben könnten, es sei zu spät.
Kreativität kennt kein Alter. Kunst kann in jedem Augenblick des Lebens beginnen.